Pressemeldung Deutscher Pflegerat vom 04.04.2026

PRESSEMELDUNG

Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen

Berlin (04. April 2026, Nr. 18/2026)

 

DPR legt Positionspapier zur Primärversorgung vor

Ohne Pflegekompetenz keine zukunftsfeste Versorgung

Wer Primärversorgung reformieren will, muss die Profession Pflege konsequent einbinden. Der Deutsche Pflegerat hat dazu das Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ vorgelegt. Die Botschaft ist klar: Ohne Pflegekompetenz gibt es keine zielgerichtete, bedarfsgerechte und nachhaltige Versorgung.

Primärversorgung ist der Teil des Gesundheitswesens, den Menschen unmittelbar erleben: wohnortnah, niedrigschwellig, kontinuierlich und alltagsbezogen. Die Profession Pflege hat hier eine wichtige Schlüsselrolle. In der Primärversorgung geht es um Fachwissen, Kontinuität, Koordination und verlässliche Begleitung auch komplexer Versorgungslagen. Der demografische Wandel, zunehmende Multimorbidität, wachsende Koordinierungsbedarfe und der Fachpersonalmangel im Gesundheitswesen erhöhen diesen Anspruch. Reformen, die pflegerische Kompetenz nicht begreifen bzw. nur am Rand behandeln, greifen zu kurz.

„Zukunftsfeste Primärversorgung entsteht dort, wo Pflege als eigenständige Profession konsequent mitgedacht und eingebunden wird. Pflege gestaltet Versorgung, übernimmt Verantwortung und bringt ihre wissenschaftlich fundierten und rechtlich verankerten Kompetenzen wirksam in das Gesundheitswesen ein. Wer Primärversorgung stärken will, muss diese Kompetenzen selbstständig, verbindlich und auf Augenhöhe nutzen“, sagt Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerats.

Im Zentrum des DPR-Positionspapiers steht, was nötig ist: eine klare Unterscheidung zwischen eigenverantwortlicher professioneller Pflege und delegationsgebundener Assistenz, der konsequente Ausbau von Handlungsfeldern für Advanced Practice Nurses (APN), Community Health Nurses (CHN) und School Health Nurses (SHN) in der Primärversorgung, mehr pflegewissenschaftliche Evidenz in gesundheitspolitischen Entscheidungen, eine rechtssichere Verankerung erweiterter pflegerischer Kompetenzen in der direkten Versorgung sowie eine interprofessionelle Primärversorgung, die die Eigenständigkeit der Professionen achtet.

Der DPR sieht darin die Voraussetzung für eine zielgerichtete, bedarfsorientierte und nachhaltige Reform. Es reicht nicht, Pflege in Reformpapieren zu erwähnen. Eine tragfähige Primärversorgung braucht klare Zuständigkeiten, rechtssichere Verantwortungsstrukturen und eine starke professionelle Pflege in eigenen Handlungsfeldern. Bleiben diese Potenziale ungenutzt, schwächt das die Versorgung von Menschen aller Altersgruppen sowie ihre An- und Zugehörigen und verursacht Folgekosten für das Gesundheitssystem.

„Die aktuelle Diskussion benennt das Problem, bleibt bei den Lösungen aber an entscheidenden Stellen zu ungenau. Jetzt kommt es darauf an, die Kompetenzen der professionellen Pflege nicht nur mitzudenken, sondern konsequent auszubauen und rechtssicher zu verankern. Nur so kann Primärversorgung verlässlich, wirksam und nachhaltig weiterentwickelt werden“, so Vogler.

Mit dem Positionspapier setzt der Deutsche Pflegerat ein klares Signal: Primärversorgung der Zukunft gelingt nur mit einer starken Pflegeprofession – nicht an ihr vorbei!

Das DPR-Positionspapier „Primärversorgung zukunftsfest gestalten – Pflegekompetenz konsequent einbinden“ finden Sie in der Anlage sowie hier auf der Website des Deutschen Pflegerats.

 

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Ansprechpartner:innen:

Christine Vogler

Präsidentin des Deutschen Pflegerats

Michael Schulz

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)

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Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats. 

 

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):

Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 22 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,7 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Jana Luntz und Pascale Hilberger-Kirlum.

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