PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen
Berlin (13. August 2026, Nr. 45/2026)
Hitze bedroht die Versorgung – Pflege muss Teil der Krisenvorsorge werden
Deutscher Pflegerat fordert hitzeresiliente Versorgungsstrukturen und eine starke Rolle der Profession Pflege
Deutschland erleidet in diesem Sommer nach wie vor schwere Hitzeperioden. Allein für die extreme Hitzewoche Ende Juni hat das Robert Koch-Institut seine Schätzung auf rund 9.600 hitzebedingte Sterbefälle korrigiert. Insgesamt werden für 2026 bis zur 30. Kalenderwoche rund 11.900 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Der Deutsche Pflegerat (DPR) fordert daraus politische Konsequenzen.
„Hitze ist längst keine vorübergehende Belastung mehr. Sie ist eine ernsthafte Gefahr für die Menschen und ein Stresstest für unsere Gesundheitsversorgung“, sagt Jana Luntz, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats. „Pflegefachpersonen erkennen Gefährdungen früh, beobachten Veränderungen, beraten und handeln. Expertise schützt Leben und gehört deshalb verbindlich in Hitzevorsorge und Bevölkerungsschutz.“
Besonders gefährdet sind ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen. Länger anhaltende extreme Hitze kann jedoch auch für gesunde Menschen zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung werden. Gleichzeitig arbeiten Pflegefachpersonen selbst unter diesen Bedingungen – in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen ebenso wie im ambulanten Pflegedienst.
„Wir können nicht erwarten, dass Pflegefachpersonen die Folgen der Hitze auffangen, und gleichzeitig ihre eigene Belastung ignorieren“, betont Luntz. „Pflege kann nur schützen, wenn beruflich Pflegende selbst geschützt und arbeitsfähig bleiben. Das ist eine Frage der Versorgungssicherheit.“
Der Deutsche Pflegerat fordert deshalb:
1. Versorgung hitzeresilient machen
Krankenhäuser, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste brauchen verbindliche Hitzeaktionspläne, geeignete Strukturen, klare Abläufe und ausreichende personelle Ressourcen.
2. Profession Pflege selbst schützen
Wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz muss auch bei Extremhitze gewährleistet sein. Die Arbeitsfähigkeit der beruflichen Pflege ist Teil der Versorgungssicherheit.
3. Pflegeexpertise verbindlich einbinden
Pflegefachpersonen gehören in Hitze-Krisenstäbe sowie in die Planung des gesundheitlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes – mit klaren Mitspracherechten und den notwendigen Handlungsspielräumen.
Luntz: „Beruflich Pflegende dürfen nicht erst gerufen werden, wenn die Krise bereits da ist. Unsere Expertise gehört an den Tisch, wenn Vorsorge geplant, Risiken bewertet und Entscheidungen getroffen werden.“
Bund und Länder müssen die notwendigen Maßnahmen dauerhaft und verlässlich finanzieren. Hitzeschutz darf nicht von der Finanzkraft einzelner Kommunen, Einrichtungen oder Dienste abhängen. „Wer Deutschland hitzeresilient machen will, muss die Profession Pflege mitdenken und stärken. Ohne eine handlungsfähige Pflegeprofession gibt es keine hitzeresiliente Gesundheitsversorgung.“
Ansprechpartner:innen:
Jana Luntz
Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerats
Michael Schulz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Der Deutsche Pflegerat als Dachverband vertritt die geeinten Interessen der Berufsverbände und nicht die einzelnen Partikularinteressen der Verbände. Unterschiedliche Positionen und Meinungen einzelner Verbände können sichtbar sein und die Vielfalt der pflegerischen Profession widerspiegeln. Dieses berührt nicht die gemeinsamen Ziele und Intentionen des Deutschen Pflegerats.
Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 25 Verbänden und Organisationen die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat auf Bundesebene die Interessen von 1,7 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats. Seit dem 14. Februar 2026 ist der DPR gemäß der Pflegeberufebeteiligungsverordnung – PflBBetV anerkannte maßgebliche Organisation der Pflegeberufe auf Bundesebene.
Präsidentin des Deutschen Pflegerats ist Christine Vogler. Vize-Präsidentinnen sind Jana Luntz und Pascale Hilberger-Kirlum.
